Weimar bei Sonne betrachtet
Eine Exkursion der Deutschkurse der Q1
In der letzten Woche waren 24 Schülerinnen und Schüler unserer Schule, insbesondere die der Deutsch Leistungskurse auf einer dreitägigen Exkursionsfahrt im literarisch sehr bedeutsame Weimar. Begleitet wurden sie hierbei von Frau Mende und Herrn Ahlke.
Nach etwa fünf Stunden Busfahrt wurden die Zimmer in der Europäische Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte im Herzen Weimars bezogen. Von dort aus ging es direkt auf eine Stadtführung, bei welcher die Schülerinnen und Schüler zunächst die wunderschöne Altstadt mit ihren historischen Bauten entdecken konnten.
Im Mittelpunkt dieses Rundgangs stand das Wirken der Herzogin Anna-Amalia. Als junge Regentin von 18 Jahren übernahm sie 1759 die Leitung des Herzogtums Sachsen-Weimar Eisenach und baute Weimar als Residenzstadt zum kulturellen Mittelpunkt Deutschlands im ausgehenden 18. Jahrhundert aus. Dieser zog dann Dichter und Denker wie Wieland und Herder sowie Goethe und Schiller magnetisch an. Eben beide letztgenannten Größen – Goethe und Schiller – spielten in den folgenden zwei Tagen eine große Rolle.

Nachdem der erste Abend entspannt ausgeklungen war, ging es am nächsten Morgen direkt weiter ins Wohnhaus von Schiller sowie in die daran angrenzende Faust-Ausstellung. Das Schiller’sche Wohnhaus gefiel besonders durch die Einblicke in das alltägliche Leben des Dichters und seine Arbeitsweise. Auch die nachbarschaftliche Nähe zu Goethe wurde deutlich. Die moderne Ausstellung zum Drama „Faust“, dem wohl bekanntesten Stück Weltliteratur deutscher Sprache, überzeugte durch eine kluge Heranführung an die komplexen Themen des Bühnenstückes. Hieran konnten wir uns mittels Digital-Installationen, Comic-Wänden, Postern und zahlreiche audio-visuelle Infoständen tasten.
Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Anna-Amalia-Bibliothek, welche zu einer der bedeutsamsten Bibliotheken und Wissensstätten der Welt zählt. Auch hier wurden wir wieder durch einen hervorragenden Tour-Guide begleitet und konnten dadurch zahlreiche Einblicke und Eindrücke vor allem im eindrucksvollen Rokoko-Saal sammeln.
Am letzten Tag ging es in das Wohnhaus von Goethe und dem eingegliederten Nationalmuseum, welches mit seiner offenen und liebevoll gestalten musealen Darstellungsweise glänzen konnte. Das Wohnhaus war dabei detailgetreu wiederhergerichtet, sodass wir uns exakt vorstellen konnten, wie Goethe damals zusammen mit seiner Familie lebte und residierte. Das Museum war ganz auf Goethes Tätigkeiten zugeschnitten: Dass er Dichter und Naturforscher, Theaterdirektor und Farbenlehrer, Bergbauminister, Kriegsminister und Finanzchef am Herzoghof gewesen war, erstaunte uns schon. Zudem wurde in dieser Ausstellung auch seine Herkunft, seine immense Reisetätigkeit und seine Freundschaft zum Herzog Carl-August, dem Sohn von Anna- Amilia, betont.
Also, mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen im Gepäck fuhren wir am Freitagnachmittag nachhause und kamen dort gut an.
Fest steht: Diese Erlebnisse und wunderschönen Seiten Weimars kann man mit keinem Schulbuch erwerben. Man muss sie erleben…
Text: Lukas Bredthauer


