„I Dreamed A Dream“

Sommerkonzert 2026: Musik als Raum für Gemeinschaft, Verantwortung und Kreativität

Mehr als 80 Mitwirkende, darunter 45 Schülerinnen und Schüler der Klassen 5 und 6, gestalteten das Sommerkonzert 2026 der Musik- und Musicalschule Schloss Hagerhof. Der Abend zeigte, wie jahrgangsübergreifendes Musizieren, kreative Freiräume und aktive Beteiligung junge Menschen stärken und die Schulgemeinschaft verbinden.

Musikalischer Nachwuchs übernimmt Verantwortung

Den Auftakt gestaltete das neu gegründete Musical-Ensemble der Klassen 5 und 6 unter der Leitung von Natalia Linning. Mit einem Medley aus dem kurz zuvor erfolgreich aufgeführten Grusical „Mitternacht auf Schauerstein“ zog die Gruppe durch die Halle auf die Bühne, und wurde hierbei live vom Orchester begleitet. Kostüme und Maske hatte Rebekka Fuchs mit ihrem Team gestaltet. Die Titel „Geisterstunde“ und „Ein helles Licht“ machten die Spielfreude und die intensive gemeinsame Probenarbeit unmittelbar erlebbar. Sophia aus der Klasse 5 übernahm erneut die Rolle des Balthasar und zeigte hierbei ihr großes Gesangstalent.

Auch die im zweiten Halbjahr gegründete Junior Band der Klassen 5 bis 7 feierte Premiere. Mit „Eye of the Tiger“ verband die Formation Big-Band-Klang und Rockband-Energie. Schülerinnen und Schüler an Saxophon, Trompete, Posaune, E-Bass, Gitarre, Klavier und Schlagzeug musizierten unter der Leitung von Frederik und Jürgen Roth. Dass ein Schüler Mitverantwortung für die Ensembleleitung übernahm, steht beispielhaft für die gelebte Partizipation im Musikbereich.

Das Junge Vokalensemble unter der musikalischen Leitung von Maxi Schweda setzte mit „Singing All Together“ und „Adiemus“ einen bewegenden Kontrast. Wegen einer Erkrankung übernahm Jürgen Roth kurzfristig die Vertretung beim Konzert.

Vielfalt entsteht im Zusammenspiel

Schulleiter Dr. Sven Neufert hob in seiner Begrüßung die Bedeutung der Musik für eine ganzheitliche Bildung und für die gesamte Schulgemeinschaft hervor. Diese Verbindung wurde im weiteren Programm hör- und sichtbar.

Mit „Test Drive“ aus „How to Train Your Dragon“ und Johann Strauss’ „Wiener Blut“ zeigte das Orchester unter der Leitung von Katharina Prass und Jürgen Roth seine stilistische Bandbreite. Lilly an der Querflöte und Charlotte am Cello waren hier prägende Stimmen; zugleich standen die jüngsten Geigerinnen und Geiger aus Klasse 5 erstmals bei einem großen Schulkonzert auf der Bühne.

Jahrgangsübergreifendes Musizieren von Anfang an gehört ebenso zum pädagogischen Konzept wie die Übernahme echter Verantwortung. So lag auch die Moderation zu großen Teilen in Schülerhand: Helene führte routiniert und charmant durch den Abend.

Die Gesangssolistinnen Martha mit „Dream A Little Dream of Me“ und Clara mit „L-O-V-E“ zeigten unterschiedliche musikalische Ausdrucksformen: Martha wurde im Duo bei ihrem Beitrag nur von Klavier begleitet, während Clara mit der Bigband unter der Leitung von Thomas Heck musizierte. Ebenfalls mit der Bigband erinnerten die Broadway Singers mit „Bei mir bist du schön“ an den mehrstimmigen Close-Harmony-Stil der Andrews Sisters aus den 1930gern; Trompetensolist Jakob ergänzte den Beitrag mit einer Solopassage im Stile von Harry James.

Eine weitere Neugründung bereicherte nun das Programm: Die Hagerhof Dance Company unter der Leitung von Ruth Holstein präsentierte mit acht Tänzerinnen aus den Klassen 5 und 6 einen dynamischen und akrobatischen Dance-Mix.

Zwischen den Beiträgen stellte Michael Solzbacher vom Stiftungsrat der Aktion Weltkinderhilfe die Spendenaktion des Sommerkonzerts und die internationale Projektarbeit der in Bad Honnef ansässigen Stiftung vor.

Ein gemeinsames Ziel, viele individuelle Beiträge

Zum Abschluss des ersten Konzertteils verbanden Orchester, Bigband sowie Martha und Clara ihre Kräfte bei „Smooth Operator“ und gaben eine gelungene Reminiszenz an die Musik der 1980ger-Jahre. Die leckere Bewirtung in der Pause organisierte traditionell die Jgst. 12 auf der Schlossterrasse unter der Leitung von Emily, einem Teil des aktuellen Schülerteams der Musik- und Musicalschule. Den zweiten Teil eröffnete die Bigband mit dem Swing-Klassiker „Puttin’ On The Ritz“. Anna am Altsaxophon und Ziqian an der Trompete übernahmen dabei äußerst kreativ die Solopassagen.

Zwischendurch wurde das Publikum musikalisch aktiv, und sang dem Teil des Schülerteams, Ben-Luca, ein Ständchen zu seinem 18. Geburtstag, der aktiv mit der Bühnenkamera im Konzert eingebunden war .

Die Broadway Singers leiteten anschließend mit „California Dreamin’“ zum Konzertmotto „I Dreamed A Dream“ über. Im Medley „Fright Night“ verband das Orchester kreativ Musik von Johann Sebastian Bach mit Filmmusik aus „Der weiße Hai“ und „Das Phantom der Oper“. Clara setzte darauf mit „Gold von den Sternen“ aus dem Mozart-Musical einen umjubelten lyrischen Gegenpol, dem das Orchester einen weichen Klangteppich wob.

Gemeinsam mit der Bigband interpretierte Silas dann mit großer musikalischer Reife den Titelsong des Abends „I Dreamed A Dream“ aus „Les Misérables“ am Altsaxophon. Martha verabschiedete sich anschließend mit Billy Joels „New York State of Mind“ vom Hagerhof, und hinterließ dabei eine bewegende musikalische Visitenkarte, die ihre musikalische Entwicklung noch einmal aufzeigte.

Zum Finale brachten Bigband und Broadway Singers mit „Blame It On The Boogie“ Disco-Stimmung in die Halle und das Publikum zum Tanzen. Anschließend versammelten sich alle Mitwirkenden auf und vor der Bühne zu „All You Need Is Love“, der universalen Beatles-Hymne. Kaum ein Lied hätte die Botschaft dieses besonderen Abends besser zusammenfassen können. Während das Publikum in die laue Sommernacht hinausging, ließen die Mitwirkenden den Abend erschöpft, stolz und glücklich auf der Schlossterrasse ausklingen. Ein Konzerterlebnis, von dem viele sicher noch lange träumen werden.

Musik als gemeinschaftlicher Bildungsraum

Das Sommerkonzert machte sichtbar, was musikalische Bildung am Hagerhof bedeutet: Kinder und Jugendliche entdecken Talente, arbeiten verlässlich auf ein gemeinsames Ziel hin, übernehmen Verantwortung und lernen voneinander. Neue Ensembles, die große Beteiligung der jüngeren Jahrgänge und die Zusammenarbeit von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften sowie externen Partnern zeigen, wie aus individuellen Stärken eine lebendige Gemeinschaft entsteht.

Ein besonderer Dank gilt allen Mitwirkenden, Ensembleleitungen und unterstützenden Teams. Das Veranstaltungsmanagement-Team um Fritz, Len, Joshua und Daniel Hambuch hatte Licht und Ton jederzeit professionell im Griff. Das Konzert war damit nicht nur eine musikalische Aufführung, sondern das Ergebnis gemeinsamer Verantwortung und intensiver Zusammenarbeit.

Fotos: Martin Jung