Feuerwehrübung am Schloss Hagerhof: Erfolgreicher Testeinsatz mit Internatsschülern

Am vergangenen Mittwochabend fand auf unserem Schlossgelände eine umfangreiche Feuerwehrübung der Freiwilligen Feuerwehr Bad Honnef statt. Beteiligt waren der Löschzug Bad Honnef sowie die Löschgruppe Rhöndorf mit insgesamt etwa 30 Einsatzkräften. Die Übung diente dazu, die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr unter realistischen Bedingungen zu testen und die Abläufe im Brandfall zu optimieren. Da bietet unser Gelände natürlich beste Voraussetzungen.

Das Szenario sah einen Brand in der Waschküche des Internats vor, ausgelöst durch eine in Flammen stehende Waschmaschine und einen Trockner. Durch die starke Rauchentwicklung waren mehrere Personen im Gebäude eingeschlossen. Insgesamt vier Internatsschüler wurden von den Einsatzkräften unter Einsatz von Fluchthauben aus einem Fachwerkhaus gerettet. Eine weitere Person, die als reanimationspflichtig galt, wurde erfolgreich aus der Brandzone geborgen. Zusätzlich wurde ein eingeschlossener Bewohner in Form einer Übungspuppe mit Hilfe der Drehleiter von dem Balkon der Bibliothek evakuiert.

Besonders eindrucksvoll war die Performance von Leander und Nael, die auf dem Balkon des Fachwerkhauses um Hilfe riefen, während dichter Rauch aus dem Zimmer hinter ihnen drang. Feuerwehrleute beruhigten sie und wiesen sie an, auf dem Balkon zu bleiben, bis die Rettungsteams eintrafen. Dann erschien auch noch Rafael hustend auf dem Balkon und schilderte seine Angst, was die Dramatik der Übung noch verstärkte.

Die anderen Internatsbewohner verhielten sich vorbildlich: Sie sammelten sich nach dem Alarm auf dem vorgesehenen Aufstellplatz, während die ErzieherInnen eine genaue Zählung durchführten. So sollte sichergestellt werden, dass keine Personen im Gefahrenbereich verblieben – aber einer fehlte, Lenn!

Internatsleiterin Yvonne Schmidt zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf: „Die Übung lief reibungslos und war für alle Beteiligten eine wertvolle Erfahrung.“ Während der Evakuierung spielte sie aber die Rolle der besorgten Leiterin und forderte mit hysterisch-emotionalen Rufen –  „Wo sind meine Kinder?“ – die Feuerwehrkräfte.

Allerdings stellte weniger diese schauspielerische Exzellenz, sondern eher die verwinkelte Bauweise unseres historischen Schlosses eine Herausforderung für die Feuerwehrleute dar. Sie mussten sich durch enge Flure, zahlreiche Brandschutztüren und Treppen bewegen, um nach dem vermissten Jugendlichen zu suchen. Laut Feuerwehrsprecher Lennart Gerlach war der Einsatz unter diesen Bedingungen eine wertvolle Erfahrung: „Wenn man in einem verqualmten Raum mit verängstigten Kindern kommt, schaltet man sofort in den Einsatzmodus um.“

Die Feuerwehr war mit der Durchführung der Übung sehr zufrieden. Die Einheiten hatten sich schnell auf die Situation eingestellt, und die Evakuierung verlief planmäßig. Besonders anspruchsvoll war die Suche nach einer weiteren vermissten Person, was die Einsatzkräfte dazu veranlasste, sorgfältig jeden Raum zu kontrollieren. Auch Lenn wurde am Ende gerettet.

Nach rund anderthalb Stunden war die Übung erfolgreich beendet. Die Feuerwehr baute ihre Ausrüstung ab, und die Internatsschüler konnten wieder in ihre Räume zurückkehren. Die realistische Darstellung der Laiendarsteller und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten trugen dazu bei, dass der Testeinsatz wertvolle Erkenntnisse für den Ernstfall lieferte.