„Jugend debattiert“ am Schloss Hagerhof
Wehrpflicht für alle?
Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien organisierten unsere beiden Projektkurse „Debattieren“ unter der Leitung von Marina Ring und David Berghoff die Alternativveranstaltung zum Schulgottesdienst. Diesmal ging es um die Fragestellung: „Soll in Deutschland wieder eine allgemeine Wehrpflicht gelten?“ Dieses Thema ist aufgrund der aktuellen politischen Weltlage für unsere Schülerinnen und Schüler topaktuell und entstand als Fragestellung auch durch die Arbeit im Kurs.

Begrüßt wurden die Zuhörer von Leona und Oline, die ein erstes persönliches Stimmungsbild zur Debattenfrage einholten. Zu Beginn der Veranstaltung stellten Maja und Emely die Inhalte des Projektkurses „Debattieren“ vor: Im Kurs üben sich die SchülerInnen im genauen Zuhören; sie lernen es, sich mit der Meinung anderer fair und sachlich auseinanderzusetzen und eine eigene Position zu beziehen und argumentativ zu begründen. Ein kurzer Film fasste die wichtigsten Informationen nochmals prägnant zusammen.
Insgesamt 50 Schülerinnen und Schüler aus fast allen Jahrgangsstufen waren interessierte Zuhörer, als unsere vier Debattanten Emilia, Sofia, Lukas und Ben-Luca Argumente zur Debattenfrage austauschten. Hier wurden in strukturierter Form viele Pro- und Contra-Argumente zusammengetragen und gegeneinander abgewogen. Die Pro-Seite sprach sich für die Wehrpflicht aus. Sie betonte, dass die Wehrpflicht die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands stärken und das Verantwortungsbewusstsein junger Menschen fördern könne. Außerdem wurde hervorgehoben, dass ein verpflichtender Dienst nicht nur militärisch, sondern auch im sozialen Bereich – etwa in Pflege oder Katastrophenschutz – sinnvoll wäre.
Die Gegenseite argumentierte, dass eine Wehrpflicht einen erheblichen Eingriff in die persönliche Freiheit darstelle. Zudem sei die Bundeswehr aktuell nicht ausreichend ausgestattet, um eine große Zahl neuer Rekruten sinnvoll auszubilden. Es wurde außerdem darauf hingewiesen, dass ein freiwilliger Dienst attraktiver gestaltet werden sollte, anstatt eine Pflicht einzuführen.
Im letzten Teil der Veranstaltung gab es die Möglichkeit für das Publikum, selbst zum Teil der Debatte zu werden, indem Fragen gestellt, weitere Argumente genannt oder auch persönliche Meinungen und Erfahrungen geäußert wurden.

Beim Publikum warb David Berghoff, Leiter des Projektkurses, einmal mehr für eine Teilnahme am „Projektkurs Debattieren“. Der Projektkurs bietet die Möglichkeit, die eigene Meinung verständlich vorzubringen, sie mit geeigneten Argumenten zu untermauern und das Reden vor Publikum zu trainieren. Dies alles sind Schlüsselqualifikationen für beruflichen Erfolg.
„Jugend debattiert“ ist ein bundesweit ausgerichteter Schülerwettbewerb im Debattieren, das heißt im sportlichen Wortstreit zwischen Rednern. Er wird von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert Bosch Stiftung, der Stiftung Mercator und der Heinz Nixdorf Stiftung auf Initiative und unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten durchgeführt. Seit dem bundesweiten Start 2002 ist Jugend debattiert das größte privat-öffentlich finanzierte Projekt zur sprachlichen und politischen Bildung in Deutschland und wurde mehrfach ausgezeichnet. 2009 wurde der Schülerwettbewerb von der KMK besonders empfohlen und ist seit 2008 Ort im „Land der Ideen“. 2004 wurde Jugend debattiert in die Arbeitsgemeinschaft bundesweiter Schülerwettbewerbe aufgenommen und erhielt 2002 den Kulturpreis Deutsche Sprache.






