„Alltagshelden“
Hagerhof-Schüler:innen ausgezeichnet!
Die diesjährige Reise zur Leipziger Buchmesse war nicht nur in literarischer Hinsicht ein Erfolg, einige unserer Schüler:innen zeichneten sich in besonderer Weise durch Achtsamkeit und soziales Engagement aus. Ihnen wurde vom Generalanzeiger, der Stadt Bonn, der Sparkasse Bonn/Köln und dem Bonner Polizeipräsidenten ein Zivilcourage-Preis zum „Mut im Alltag“ verliehen.
Der Generalanzeiger Bonn schreibt: Auch den 13-jährigen Elias Goertz, die zwölfjährige Lilly Backhaus, die zwölfjährige Sarah Quester und den 13-jährigen Conrad Sonnenschein konnte die Jury nicht ohne Belobigung lassen. Die Schüler des Bad Honnefer Gymnasiums Schloss Hagerhof kümmern sich auf einer Klassenreise nach Leipzig im März hartnäckig darum, einen alkoholisierten Obdachlosen vor der Kälte und eventuell sogar vor dem Erfrieren zu retten. „Anders als andere haben sie nicht weggesehen, sondern Verantwortung übernommen. Sie blieben hartnäckig, obwohl die angerufenen Helfer zunächst nicht reagieren wollten. Das verdient unseren Respekt und unsere Anerkennung“, wertet die Jury und belohnt diesen Einsatz mit Gutscheinen für einen Kinobesuch.
Hier der Beitrag auf Insta mit kleinem Interview unserer Schüler:innen: www.instagram.com/p/DX95OvqDW4h

Über ihre Hilfe für einen obdachlosen Mann hat Elias aus der 7b geschrieben:
„Auch in diesem Jahr sind 22 Hagerhof-Schüler:innen zur Leipziger Buchmesse gefahren. Einige von ihnen, z. B. Flora, Hannah und ich, Elias Goertz, präsentierten dort auch ein selbstgeschriebenes Buch. Schon bei unserer Ankunft in Leipzig fiel uns ein obdachloser Mann auf, der direkt vor der Ferienwohnung der Schüler lag. Am Freitag kam es dann dazu, dass vier von uns aus der 7b (Sarah, Conrad, Amélie und ich) dem wohnungslosen Mann etwas zu essen und zu trinken brachten. Ein paar unterhielten sich auch später am Abend noch einmal mit ihm. Dort stellte sich heraus, dass der Mann Kevin heißt. Doch nachdem wir am Samstag von der Buchmesse heimkehrten, bemerkten wir, dass es Kevin zunehmend schlechter ging. Er reagierte nicht mehr darauf, wenn man ihn ansprach, und atmete nur noch schwer. Es war vor allem nicht auszuschließen, dass Kevin Alkohol getrunken hatte. Bei nächtlichen Temperaturen rund um den Nullpunkt war uns klar, dass Kevin Hilfe brauchte. Doch als wir dann die 112 wählten, wurden wir abgewiesen, obwohl sich auch eine erwachsene Frau aus Leipzig dafür einsetzte, dass ein Rettungswagen kommen sollte. Wir fühlten uns hilflos, kaum einer nahm uns ernst, und wir hatten Angst, dass Kevin in dieser Nacht an Unterkühlung sterben könnte. Einige von uns fingen an zu weinen; wir sprachen mit unseren Lehrerinnen Frau Rohfleisch und Frau Tasli und überzeugten sie davon, dass wir Hilfe holen mussten. Schließlich kam doch noch ein Rettungswagen und nahm Kevin mit ins Krankenhaus. Wir waren zwar etwas erleichtert, aber trotzdem sehr traurig, weil wir nicht wussten, wie es für den jungen Mann weitergehen würde.
Unsere Lehrerinnen meinten jedoch, dass wir das einzig Richtige getan hätten, dass wir nicht mehr tun könnten und dass dieser Tag vielleicht für Kevin ein Wendepunkt war. Später erfuhren wir, dass Kevin nach dem Krankenhaus in eine Einrichtung kam, wo er einen Alkoholentzug machte.
Vanessa Tasli und Martina Rohfleisch, die uns als Lehrkräfte nach Leipzig begleitetetn, meldeten vier der vielen Helfer und Helferinnen bei einem Courage-Preis vom General Anzeiger an. Am 5. Mai 2026 fuhren Conrad, Sarah und ich zur Preisverleihung. Eigentlich sollte noch Lilly mitkommen; sie war jedoch krankheitsbedingt verhindert. Zusammen kamen wir so auf den dritten Platz des Zivilcourage-Preises. Doch nicht nur diese vier halfen, sondern auch Amélie, Emilia und Emma. Kevin ist momentan immer noch in einer Entzugsklinik – ihm wird geholfen.“
Die Hagerhof-Gemeinschaft ist stolz auf Euch!


